deiner Großmutter wohl nur geträumt haben. „Mein“, meine Malineken hartnäckig, „die hat ja auch die Prinzeßin vom See gesehen, und das ist etwas ganz Besonderes.“ „Davon habe ich noch nie gehört“, antwortete Gottlieb. „So kann sie es dir erzählen, frag sie nur aus, die weiß alles.“ Der Rahn war mittlerweile der Snjel ganz nahe gekommen; die Kinder landeten an einer dazu geeigneten Stelle und beeiligten ihn an einem aus dem Wajjer ragenden Pfloß. Sie erftiegen die kleine Anhöhe, auf der sich das Gehöft befand. In dem Turzen, feinen Grafe, welches den Boden bedeckte, blühte der Thymian; ein feingetretener Weg führte gerade auf die Schilfhütte zu, die lag heimlich unter den Weiden. Das mächtige Geäst der majestätischen Bäume, mit filbergrauem, ipizblätterigem Laube beladen, breitete sich weit und mächtig über das niedere Dach, welches sich der Erde zuneigte. Da hinter erblickte man ein Stück Garten und Netterland, von Rohr und Schilf wie mit einem Wall umschlossen. Eine alte Frau jag vor der Tür des Hüttchens und jann. Ihr Haar war jo weiß wie das Gewebe der Spinnen, welches im Gerbit über die Stoppeln fliegt, um ihren Wocfen hatte sie ein ichmarzes Band gebunden. Gottlieb und Malineken kamen mit dem Norbe und blieben vor ihr stehen. „Großmutter“, fragte Letztere, „er will nicht glauben, daß du die Seejungfern gesehen hast, und er weiß nichts von der Prinzeßin vom See.“ Sie neigte ihren Faden. „Seht ihr man eures Weges“, gab sie ihnen zur Antwort. „Großmutter, du könntest ihm die Gejchichte von der Prinzeßin vom See wohl erzählen“, bat Malineken, „die läßt sich doch anhören, und man muß sie doch wissen, wenn man über den See fährt und in dem Blumental Tag für Tag herumwandert.“ „Ich meine, ihr könntet euch Bejper brauchen“, sagte die Großmutter, „es hat eben hier Uhr gejchlagen.“ „Ich ja“, rief Malineken inbrünstig, „Erdbeeren mit Milch und ein Stück Brot dazu; und dieweil wir das aufzehren, erzählt ihr dem Gottlieb die Gejchichte.“ Sie ließ nicht nach, sie mußte ihren Willen haben. Ein Weilchen danach jaben die Kinder auf einem Baumstamm vor der Hütte und hatten zwifchen sich einen Napf mit jüßer Milch, in der ichwammen die Erdbeeren jo dicf, daß man nicht mußte, war das Milch mit Erdbeeren oder Erdbeeren mit Milch; doch es mochte wohl auf eins herauskommen. Die Großmutter blikte zuweilen nach ihnen hin